Achtung, Warenkorbkiller #1! Gast-Checkout vs. Pflichtanmeldung

Bereits in unseren 14 Gründen für Abbrüche im Checkout-Prozess und was Du dagegen tun kannst – Teil 1 haben wir als einen der Gründe für einen Abbruch während des Checkouts die Pflichtanmeldung genannt. Dieses Thema verdient jedoch unserer Meinung nach eine ausführlichere Analyse – damit Du selbst entscheiden kannst, was am besten für dich und deinen Shop ist!

Deshalb haben wir Dir eine Liste von Vor- und Nachteilen sowohl von Gast-Checkout als auch von Pflichtanmeldung zusammengetragen – anhand derer kannst Du dir überlegen, welche Nachteile Du in Kauf nimmst, um das für Dich beste Ergebnis zu erreichen.

Unsere Empfehlung – Gast-Checkout unbedingt anbieten!

Dennoch gibt es ein paar Kniffe, trotz eines Gast-Checkouts eine Registrierung zu erzielen bzw. die Hürde der Pflichtanmeldung zu reduzieren. Dazu erzählen wir Dir nach Auflistung von Vor- und Nachteilen mehr!

Gast-Checkout

conrad-sowohl-gäste-als-auch-registrierung
✔ Vorteile Gast-Checkout

  • Schneller & weniger Arbeit für den Nutzer
  • Weniger kognitiver Aufwand bzw. Gefühl der Überforderung, wenn zu viele für den Verkaufsprozess bzw. Lieferprozess nicht notwendige Daten abgefragt werden
  • Pflichtanmeldung ist leider oftmals Grund für einen Warenkorbabbruch, viele Nutzer präferieren den zwanglosen Gast-Checkout
  • Bei erstem Mal verlässt er den Shop mit gutem Gefühl, da er zu nichts „gezwungen“ wurde und seine Bestellung schnell klappte. Wenn der Nutzer merkt, dass er in dem Shop vielleicht öfter bestellen möchte, wird er beim nächsten Einkauf ein Benutzerkonto mit gutem Gefühl anlegen können, um sich die Arbeit der mehrmaligen Eingabe seiner Daten bei jeder Bestellung zu sparen à langfristig denken

 

Nachteile Gast-Checkout

  • Keine Bestandskundenbindung möglich
  • Weniger Daten über den Nutzer verfügbar, um ein Marketing-Profil zu erstellen
  • Keine Nachvollziehbarkeit des Verhaltens des Nutzers bzw. schwerer gezielt anzusprechen/ zu erreichen
  • Für den Kunden ist die Bestellung/Versand etc. schwerer nachvollziehbar, da er sich nicht in ein bestehendes Kundenkonto einloggen und dies nachverfolgen kann

Pflichtanmeldung

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✔ Vorteile Pflichtameldung

  • Kundenbindung bzw. Commitment zum Shop
  • Möglichkeit des Aufbaus einer Beziehung zum Kunden
  • Bessere Kenntnisse der Präferenzen des Kunden und damit gezieltere Ansprache möglich
  • Falls ein Nutzer ein Produkt braucht, dass in mehreren Shops zu gleichen Konditionen angeboten wird, wird er tendenziell sich für den Shop entscheiden, bei dem er schon ein Kundenkonto angelegt hat (wenn er sich dessen bewusst ist), da er dort Zeit einsparen kann, indem er keine Daten hinterlegen muss 

 

Nachteile Pflichtanmeldung

  • Für einen, der die Pflichtanmeldung akzeptiert, gibt es mehrere, die deswegen den Checkout abbrechen – Kosten/Nutzen beachten!
  • Nutzer möchten nicht in jedem Shop ein Kundenkonto anlegen –> sie verlieren den Überblick und wissen im Nachhinein nicht mehr, ob schon ein Kundenkonto existiert, d.h. nicht zwingend bessere Bindung
  • Für den Nutzer zum Beginn der Geschäftsbeziehung mehr Aufwand als Gast-Checkout
  • Notwendigkeit der Angabe von mehr Daten als ursprünglich für die Bestellung nötig –> stört den Nutzer
  • Wirkt abschreckend für einen Erstbesteller
  • Insbesondere bei spezielleren Shops, deren Produkte der Nutzer in größeren Zeitabständen  benötigt, wird bei der ersten Bestellung der Mehrwert eines Kundenkontos vom Nutzer nicht wahrgenommen bzw. der Mehraufwand einer Pflichtanmeldung überwiegt

Zusammengefasst kann man sagen, dass jeder Shopbetreiber diese Punkte abwägen muss und für sich selbst entscheiden muss, ob er seinen Nutzern diesen Zwang auferlegen möchte oder nicht. Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass ein Gast-Checkout durchaus sinnvoll ist, wenn man nicht gerade ein E-Commerce Riese wie amazon.de ist. Insbesondere für Nischenshops ist ein Gast-Checkout aus unserer Sicht unverzichtbar, da ansonsten die Conversion Rate signifikant leidet.

Aber da war doch noch was…

Wie wär’s mit einer Art Hybrid aus Gast-Checkout und Registrierung?

Hört sich vielleicht etwas seltsam an, ist aber durchaus schon gang und gäbe in der E-Commerce Welt.

Und zwar geht das so: Der Nutzer steigt in den Kaufprozess ein und wählt den Gast-Checkout aus. So weit, so gut. Er füllt die Felder entsprechend aus, schickt die Bestellung ab. Entweder kann man eine Checkbox über dem Bestellbutton einrichten, die klar kommuniziert (und natürlich nicht bereits angekreuzt sein darf) “Kundenkonto anlegen” o.ä. Alternativ kann man auch nach Abschicken der Bestellung auf der Danke-Seite diese Option noch einmal anbieten.

Die Kunden sind zu diesem Zeitpunkt schon einen Schritt weiter im Commitment, da sie die Bestellung abschließen möchten/abgeschloßen haben. Natürlich ist es im Idealfall so, dass der Kunde nur noch wenige Daten ergänzen muss, vielleicht sogar nur noch ein Passwort hinterlegen muss. Weitere Daten kann man im Verlauf der Geschäftsbeziehung sammeln – manchmal ist Geduld das oberste Gebot. Die wenigsten Menschen möchten zum gläsernen Konsumenten werden.

Im Idealfall kommuniziert man das nachträgliche Anlegen eines Benutzerkontos mit den Vorteilen, die dies dem Kunden bietet: z. B. Nachverfolgen des Bearbeitungsstatus der Bestellung, Einsehen der Sendungsverfolgung im Benutzerkonto etc. (Natürlich nur, wenn dein Benutzerkonto dies auch leistet). Wie bereits erwähnt, ist er schon weiter in seinem Commitment und möchte diese Vorteile tatsächlich gerne nutzen, jetzt, da er die Bestellung definitiv abgeschickt hat und diesbezüglich keine Unsicherheit mehr besteht.

Andere E-Commerce Shops versuchen die Abwehrhaltung des Nutzers zu umgehen, indem sie die Registrierung nicht beim Namen nennen, sondern den Nutzer zwei Entscheidungsmöglichkeiten geben: Bestehender Kunder oder bist du neu hier? Bei neuen Kunden wird dann einfach der Button z. B. “Weiter” oder “Fortfahren” benannt, statt explizit darauf hinzuweisen, dass der Button zu einer Pflichtanmeldung führt bzw. dass diese für den Einkauf notwendig ist.

Asos-Checkout_Gast_Pflichtanmeldung

Und schwupps, befindet sich der Kunde schon mitten im Registrierungsprozess, ohne, dass er bewusst darüber nachgedacht hat oder darauf hingewiesen wurde.

Asos-Registrierung_Pflichtanmeldung

Asos hat diese Methode angewandt und seine Warenkorbabbruchrate auf der Registrierungsseite damit halbiert.

 

Du bist gefragt! Kommentare erwünscht.

  • Bist du ein Verfechter der Pflichtanmeldung oder ziehst du lieber den Gast-Checkout vor?
  • Hast du schon einmal getestet, ob eine Umstellung Einfluss auf deine Conversion Rate hat?

Teile doch deine Erfahrungen in den Kommentaren mit uns und unserem Eddie!
Oder hast du sogar bereits einen Blogbeitrag zu diesem Thema verfasst? Teile auch diesen mit uns in den Kommentaren, wir sind immer offen für weitere Ansichten! Wir freuen uns darauf!

Die beiden ersten Bilder sind von conrad.de und bücher.de.

Beitrag von: Melanie

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